Es ist ein Wahnsinn! Wir haben den 6. Platz in der Endwertung erreicht. Unser bestes Ergebnis bei einer Welt- oder Europameisterschaft! Wir haben bei der letzten Fahrt sogar noch einen Platz gut gemacht, obwohl wir gar kein gutes Ergebnis erhofft hatten.

Es hat leider etwas länger gedauert, bis ich dazukam, den Artikel zu schreiben. Gestern Nachmittag war noch einiges zu erledigen (Gasflaschen leeren und erste Vorbereitungen für den Rücktransport des Ballons). Im Laufe des Nachmittages, als das Endergebnis feststand, trauten wir fast unseren Augen nicht. Wider Erwarten sind wir nochmals um einen Platz nach vorne gerutscht und haben die Weltmeisterschaft auf Platz 6 beendet. Das ist unsere beste Platzierung bei einem solchen Bewerb.
Am Abend gings zur Siegerehrung. Als wir eintrafen waren schon viele Leute da, aber viel zu wenig Tische. Da wurden wieder Befürchtungen wach, dass es möglicherweise nicht zu Essen gibt, so wie bei der Eröffnung. Auch wurden Stimmen im Team laut, wir sollten doch lieber in den Truckstop gehen. Aber wir blieben und trotzten dem Lärmpegel und der Minderversorgung an Getränken. Es wurde dann relativ rasch mit der Siegerehrung begonnen. Angefangen wurde mit den Piloten ab Platz 11. Auch wurden die Offiziellen und Helfer der Meisterschaft geehrt. Anschließend wurden ein paar Reden geschwungen, bis es zum Höhepunkt kam, die Ehrung der besten zehn Piloten. Die besten drei Piloten waren Yudai Fujita (JPN), Uwe Schneider (GER) und Lupercio Lima (BRA). Gerald überreichte auch noch den “Alan Fraenkel und John Stuart-Jervis Memorial Pokal” für des beste Team an FIA-Präsident John Grubström, der ihn an den Sieger Yudai Fujita weitergab. Anschließend wurde noch ordentlich gefeiert. Und über das Essen wollen wir jetzt nichts mehr sagen.

Nicht vergessen dürfen wir die anderen beiden österreichischen Teams. Wir sind als Team Austria angereist und im Team wurde bestens zusammengearbeitet. Auch zwischen den Wettfahrten fand sich immer wieder Zeit, gemeinsam etwas zu unternehmen. Anfangs lief es noch für alle drei Team bestens. Bereits nach dem ersten Tag belegten wir die Plätze 2, 6 und 11. Die ganze Zeit waren die Punkteabstände zwischen den einzelnen Piloten aber immer sehr gering. Eine gute oder schlechte Wertung bedeutete gleich eine Veränderung um viele Plätze. Leider konnten die anderen beiden österreichisches Team nicht bis zum Schluss ihre guten Plätze halten. Werner Schrank erreichte den 27. Platz, für Andreas Simoner blieb am Ende leider nur Platz 37. Die beiden werden aber sicher noch einmal die Chance bekommen, bei einer so großen Meisterschaft ihr wirkliches Können zu beweisen. Wir wünschen ihnen dazu alles Gute und wir hoffen auch weiterhin auf eine so tolle Zusammenarbeit!

Die Top10-Piloten:
1. Yundai FUJITA (JPN)
2. Uwe Schneider (GER)
3. Lupercio LIMA (BRA)
4. Stefan ZEBERLI (SUI)
5. Rima KOSTIUSKEVICIUS (LTU)
6. Gerald STÜRZLINGER (AUT)
7. Artem DENISENKO (RUS)
8. Joe HEARTSILL (USA)
9. Rokas KOSTIUSKEVICIUS (LTU)
10. Rhett HEARTSILL (USA)

 

Nach der wetterbedingten Bewerbspause war gestern früh wieder eine Fahrt möglich. Zwei Hesitation Waltz waren gegeben. Dabei sind mehrere Ziele für eine Aufgabe vorgegeben, der Pilot kann sich davon eines aussuchen. Gestartet sind wir wieder am Flugplatz Rio Claro. Dieses Mal war der ganze Flugplatz bis auf die Startbahn freigegeben. Es könnte ja sein, dass ein Flieger landen möchte!, So ist Brasilien, bei uns daheim wäre sowas undenkbar. Wegen der Windrichtungen haben sich alle am Südende des Platzes zusammengepfercht. Jeder wollte eine möglichst günstige Ausgangsposition haben. Das erste Ziel haben wir noch ganz gut erreicht, beim Zweiten schaute es schon nicht mehr so gut aus. Trotzdem reichte es, dass wir wieder auf den 7. Platz vorkamen. Nach dem Ziel musste Gerald noch ein ziemliches Stück weiterfahren, bis er einen Landeplatz gefunden hatte. Wir im Auto hatten es nicht leichter. Zweitweise war der Funkkontakt unterbrochen, schließlich konnte er doch einmal seine Koordinaten durchgeben. Wir waren auf den Feldwegen zwischen den Zuckerrohrfeldern unterwegs, diese Wege verändern sich ständig und sind daher nicht oder falsch auf den Karten eingezeichnet. Die Bergung war aber dann ein Kinderspiel, auch die Einheimischen haben beim Einpacken fest mitgeholfen.
Bei der Abendfahrt waren wieder zwei Aufgaben vorgegeben. Zuerst ein FlyIn, dann ein FlyOn. Fürs FlyIn war das Ziel vorgegeben, jeder musste einen eigenen Startplatz suchen. Wir fuhren einiges herum, machten auch ein paar Windmessungen, bis wir uns auf einen Platz festlegten. Für die Anfahrt zum Ziel mussten wir öfters die richtigen Winde suchen, klappte aber dann doch ganz gut und der Marker landete schließlich bei 10,67m, was aber leider nur 431 Punkte ergab, die meisten anderen waren einfach besser. Das FlyOn hat Gerald in der Luft deklariert und mit 17m war es dann doch gute 866 Punkte wert. Jedenfalls konnten wir mit den Punkte den 7. Platz verteidigen.
Zum Abendessen gings wieder in eine Churrascaria, dieses Mal die beim Truckstop hinter unserem Hotel.

Bei der heutigen Morgenfahrt war wieder ein Hesitation Waltz mit drei möglichen Zielen und ein FlyOn gegeben. Gestartet wurde vom Flugplatz. Die Wolken hingen noch ziemlich tief über der Stadt, außerdem war Regen nicht ganz ausgeschlossen. Und die Winde waren sehr wechselhaft. Nachdem wir wieder einmal länger auf die Startfreigabe gewartet haben, wurde ein Feldbriefing einberufen. Dabei wurde noch ein viertes Ziel am Flugplatz zum Hesitation Waltz dazu gegeben. Wir sicherten und eine gute Startposition und erreichten das Ziel schließlich auf ca. 8m. Beim ersten Vergleichen der Ergebnisse sollten wir bei dieser Aufgabe unseren Platz wieder verteidigt haben. Das FlyOn verlief leider nicht optimal. Gerald musste das erste Ziel bei der Anfahrt aufgeben, weil der Wind wieder einmal drehte. Er deklarierte ein zweites Ziel, aber auch das erreichte er nicht so gut. Hier müssen wir warten, bis alle Ergebnisse ausgewertet sind. Dann sehen wir, wie gut die anderen Piloten ihr Ziel erreicht haben.

Heute Nachmittag werden wir die Hülle noch einmal trocknen, falls es das Wetter erlaubt, auch die Gasflaschen müssen entleeren, damit wir sie wieder zurück nach Österreich schicken können. Am Abend findet dann die große Siegerehrung statt. Spätestens dann erfahren wir, auf welchen Platz wir gelandet sind.

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Die Morgenfahrt gestern früh wurde ja wegen zuviel Wind abgesagt. Nach dem Briefing machten wir uns wieder ganz gemütlich auf dem Weg ins Hotel zum Frühstück. Zu Mittag wollten wir wieder nach Rio Claro fahren, weil ein paar Besorgungen notwendig waren. Zuerst stoppten wir aber noch kurz bei einem Fliesengeschäft in der Nachbarschaft, weil wir dort um ein paar Holzlatten fragen wollten, damit der Korb auf der Ladefläche nicht so leicht verrutscht. Als wir gerade was passendes suchten, gab es hinter uns einen Knall. Wir drehten uns um uns sahen, wie die Stromleitungen noch Funken sprühten und es nur so blitzte. Ein LKW hatte sich vermutlich selbständig gemacht und ist führerlos, gegen die Fahrtrichtung die Straße herunter gerollt. Erst ein massiver Strommasten hielt ihn schließlich auf. Es blieb Gott sei Dank nur bei Sachschaden. Wir hielten uns aber nicht mehr lange hier auf, sondern erledigten die Besorgungen in Rio Claro.
Für die Abendfahrt waren schließlich zwei Aufgaben vorbereitet. Aber viele fragten sich, ob wegen des starken Windes ein Start überhaupt möglich ist. Also besetzten wir am Flugplatz wieder einen Startplatz und warteten mal wieder. Und warteten. Als nach fast zwei Stunden der Wind noch immer zu stark war, wurde auch die Abendfahrt abgesagt. Gemeinsam mit dem Team Simoner wollten wir uns fürs Abendessen in einem Restaurant treffen. Leider hatte dieses zu und wir saßen plötzlich wieder im Soloms, das wir mittlerweile schon ganz gut kennen. Als wir eintrafen, waren auch einige brasilianische Ballonfahrer da und es herrschte großartige Stimmung. Auch hier konnten wir unsere hungrigen Mägen wieder vollfüllen und als uns die Absage von der Morgenfahrt erreichte, wurde noch ein bisschen länger gefeiert.

Als Schlechtwetterprogramm für heute einigten wir uns auf eine Raftingtour in Brotas, eine Stadt die ca. 70km entfernt ist. Team Simoner ist auch mitgekommen. Bei der Hinfahrt fielen bereits die ersten Tropfen vom Himmel, aber da man beim Rating sowieso nass wird, störte uns das nicht wirklich. Vor dem Start tranken wir noch einen leckeren Kaffee und kauften ein bisschen ein. Zu Mittag waren wir dann fertig ausgerüstet und unsere Guides holten uns mit den Booten ab.
Nach etwa 20min Fahrt erreichten wir die Einstiegsstelle. Aber zuerst drehten wir noch in einem kleinen Teich eine Runde, bis alle Kommandos des Guides klar waren. Mit zwei Schlauchbooten setzten wir in den Fluss über und der Spass begann. Leider war der Wasserstand relativ niedrig, wir blieben immer wieder an Felsen hängen und die Stromschnellen waren auch nicht so stark. Trotzdem hatten wir jede Menge Spass und wir wurden anständig nass – von unten und von oben. Es regnete die meiste Zeit, was aber überhaupt kein Problem war. Zurück in Brotas testeten wir die Gastronomie etwas durch, bis wir uns am späten Abend wieder auf den Weg nach Rio Claro machten.

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