Gordon_Bennett_2014_Plakat

Plakat Gordon Bennett 2014

Wir sind schon mitten drinnen in den Vorbereitungen fürs Gordon Bennett Rennen. Gestern wurde schon mal das Auto beladen: Korb, Hülle, Sandsäcke, jede Menge Planen, Pavillon und jede Menge Equipment für den Gasballon. Morgen Vormittag machen wir uns dann auf den Weg nach Vichy in Frankreich. Von dort sollte in der Nacht von Freitag auf Samstag das Langstreckenrennen starten. Die weitest mögliche Distanz im Wettkampfgebiet wäre Nord-Finnland mit ca. 3.000km. Das wäre wohl ein neuer Rekord für uns, der Weltrekord liegt bei 3.400km.

Wettkampfgebiet

Wettkampfgebiet 2014

Das heurige Team besteht aus:
– Pilot: Gerald Stürzlinger
– Copilot: Thomas Herndl
– Crew: Michael Andreas, Niki Binder, Stefan Pommer
– Meteo-Beratung: Heidi Schmid

Und auch heuer gibt es wieder ein Live-Tracking, wo ihr jeden Ballon mitverfolgen könnt:
www.gordonbennett2014.org/spip.php?page=live-tracking

Infos zur Veranstaltung auf www.gordonbennett2014.org

Lange schon nicht mehr gemacht, heute war es wieder soweit: Wir wollen wieder mal zum Sonnenaufgang auf einen Berggipfel. Die Wahl fiel auf das Zwölferhorn am Wolfgangsee. Das lässt sich auch mit einer Mountainbiketour verbinden. Und das hat wieder den Vorteil, dass wir nicht so früh aufstehen müssen. :-)

Um kurz nach halb 5 Uhr starten wir bei Abersee. Von hier führt eine Mautstraße auf die Illingeralm am “Zwölfer”. Es war noch finster, im Wald leuchtete uns nicht einmal der Vollmond, daher packten wir doch die Lampen aus. Am Anfang war noch eine Asphaltstrasse, aber es ging schon ziemlich steil bergauf. Es dauerte nicht lange,  dann waren wir auf der Forstrasse. Und schön langsam kamen wir aus dem Wald heraus und die Dämmerung setzte auch schon ein.  Nach einiger Zeit waren wir auf den Almen unterwegs,  die Serpentinen führten uns zwischen den Kühen durch. Als wir schließlich an der Braunauer Hütte vorbeikamen, war es auch nicht mehr weit bis zur Illinger Alm. Hier war es vorbei mit der schönen Forststrasse, ab hier ging es weiter auf einem Wanderweg – Bike tragen und schieben war angesagt. Hier erreichten und dann schon die ersten Sonnenstrahlen. Um Punkt 6 Uhr ging die Sonne über den Bergen auf. Auf den Gipfel haben wir es leider nicht rechtzeitig geschafft. Der Weg bis dorthin war noch steinig und steil, aber nach einer halben Stunde haben wir auch das geschafft. Wir können die Morgensonne in vollen Zügen am Gipfel des Zwölferhorns genießen.
Zur Abfahrt wählten wir den Weg über die Strubneralm und die Sausteigalm zurück nach Abersee. Das Regenwetter der letzten Tage zeigte seine Auswirkungen. Die Steine auf den Wegen waren sehr locker und nass. Man musste sehr konzentriert fahren. Nach der Sausteigalm waren wir wieder auf einem Trail unterwegs. Teilweise sehr steinig, nass und rutschig. Die letzten Kilometer fuhren wir wieder auf der Forststraße, die wir auch schon hinaufgefahren sind.

Es war einen wunderschöne Mountainbike-Tour. Anstrengend, anspruchsvoll und abwechslungsreich. Ganz besonders ist uns die Ruhe aufgefallen, kein Mensch ist um diese Zeit am Berg unterwegs, am Gipfel waren wir allein. Ein paar Stunden später, wenn die Seilbahn in Betrieb ist, schaut es da oben ganz anders aus.

alle Bilder © pomst.com

Zum Abschluss unseres Abenteuers mussten wir natürlich unseren Ballon wieder versandfertig machen. Am Samstag Nachmittag fuhren wir dazu auf den Flugplatz von Rio Claro und stellten zuerst den Ballon auf, da die Hülle von der Morgenfahrt noch etwas nass war und trockneten sie. Schnell waren wir wieder von neugierigen Leuten umringt. Die packten natürlich auch mit an und halfen uns beim zusammenpacken der Hülle. Da auch die Gasflaschen für den Transport leer sein müssen, verbrannte Gerald das restliche Gas mit einer kleinen Feuershow. Die Leute waren alle hellauf begeistert und spendeten schließlich großen Applaus und wollten natürlich auch noch ein Foto mit ihm machen.

Am Sonntag, natürlich nach einem ausgiebigen Frühstück, wurde alles für den Transport vorbereitet. Die Gasflaschen wurden über Nacht vom restlichen Gas geleert. Auch vom Ventilator mussten Öl und Benzin abgelassen werden. Gasflaschen, Ventilator, Ballonhülle und so manche Schmutzwäsche und anderes Zeugs sollten dann im Korb Platz finden. Wir machen das ja nicht zum ersten Mal, daher wussten wir schon, wie wir das alles schlichten und stopfen mussten, damit das Packerl dann nicht zu groß wird. Nach ca. 3 Stunden Arbeit stand schließlich der Korb fertig verpackt und fest verschnürt versandbereit da.

Da es erst früher Nachmittag war, beschlossen wir, noch einen kleinen Ausflug an einen großen Stausee in der Nähe von Santa Maria da Serra zu machen. Die Straßen dorthin waren zum Großteil nicht asphaltiert – Michael durfte nochmals so richtig über die Dirt Roads brettern. Am See verbrachten wir einige Zeit, bewunderten die Natur und schauten den Blattschneiderameisen bei ihrer Arbeit und beim Schleppen zu. Danach fuhren wir weiter Richtung Brotas. Dort wollten wir in ein Hotel, wo wir die Besitzerin vor ein paar Tagen kennengelernt haben und die uns eingeladen hatten. Leider war die Wegbeschreibung nur auf portugiesisch und die Google-Übersetzung auch nicht wirklich hilfreich. So haben wir das Hotel leider nicht gefunden. In Brotas kehrten wir dann wieder in der Brotas-Bar ein. Dort halfen sie uns mit der Wegbeschreibung weiter. Und so wissen wir jetzt zumindest, wo wir bei unserem nächsten Aufenthalt ein Quartier bekommen! :-)

Am Montag checkten wir noch aus dem Hotel aus (natürlich nicht ohne ein ausgiebiges Frühstück) und machten uns auf den Weg zurück nach Sao Paulo zum Flughafen. Das Auto war schnell zurück gegeben und wir hatten am Flughafen noch genügend Zeit bis zum Abflug. Mit uns am selben Flug waren auch das Team Simoner und einige Schweizer, die dann von München noch weiter nach Zürich geflogen sind.

alle Bilder © pomst.com