Die Morgenfahrt gestern früh wurde ja wegen zuviel Wind abgesagt. Nach dem Briefing machten wir uns wieder ganz gemütlich auf dem Weg ins Hotel zum Frühstück. Zu Mittag wollten wir wieder nach Rio Claro fahren, weil ein paar Besorgungen notwendig waren. Zuerst stoppten wir aber noch kurz bei einem Fliesengeschäft in der Nachbarschaft, weil wir dort um ein paar Holzlatten fragen wollten, damit der Korb auf der Ladefläche nicht so leicht verrutscht. Als wir gerade was passendes suchten, gab es hinter uns einen Knall. Wir drehten uns um uns sahen, wie die Stromleitungen noch Funken sprühten und es nur so blitzte. Ein LKW hatte sich vermutlich selbständig gemacht und ist führerlos, gegen die Fahrtrichtung die Straße herunter gerollt. Erst ein massiver Strommasten hielt ihn schließlich auf. Es blieb Gott sei Dank nur bei Sachschaden. Wir hielten uns aber nicht mehr lange hier auf, sondern erledigten die Besorgungen in Rio Claro.
Für die Abendfahrt waren schließlich zwei Aufgaben vorbereitet. Aber viele fragten sich, ob wegen des starken Windes ein Start überhaupt möglich ist. Also besetzten wir am Flugplatz wieder einen Startplatz und warteten mal wieder. Und warteten. Als nach fast zwei Stunden der Wind noch immer zu stark war, wurde auch die Abendfahrt abgesagt. Gemeinsam mit dem Team Simoner wollten wir uns fürs Abendessen in einem Restaurant treffen. Leider hatte dieses zu und wir saßen plötzlich wieder im Soloms, das wir mittlerweile schon ganz gut kennen. Als wir eintrafen, waren auch einige brasilianische Ballonfahrer da und es herrschte großartige Stimmung. Auch hier konnten wir unsere hungrigen Mägen wieder vollfüllen und als uns die Absage von der Morgenfahrt erreichte, wurde noch ein bisschen länger gefeiert.

Als Schlechtwetterprogramm für heute einigten wir uns auf eine Raftingtour in Brotas, eine Stadt die ca. 70km entfernt ist. Team Simoner ist auch mitgekommen. Bei der Hinfahrt fielen bereits die ersten Tropfen vom Himmel, aber da man beim Rating sowieso nass wird, störte uns das nicht wirklich. Vor dem Start tranken wir noch einen leckeren Kaffee und kauften ein bisschen ein. Zu Mittag waren wir dann fertig ausgerüstet und unsere Guides holten uns mit den Booten ab.
Nach etwa 20min Fahrt erreichten wir die Einstiegsstelle. Aber zuerst drehten wir noch in einem kleinen Teich eine Runde, bis alle Kommandos des Guides klar waren. Mit zwei Schlauchbooten setzten wir in den Fluss über und der Spass begann. Leider war der Wasserstand relativ niedrig, wir blieben immer wieder an Felsen hängen und die Stromschnellen waren auch nicht so stark. Trotzdem hatten wir jede Menge Spass und wir wurden anständig nass – von unten und von oben. Es regnete die meiste Zeit, was aber überhaupt kein Problem war. Zurück in Brotas testeten wir die Gastronomie etwas durch, bis wir uns am späten Abend wieder auf den Weg nach Rio Claro machten.

alle Bilder © pomst.com, 2014

Heute Morgen dürfen wir pausieren, weil der Wind zu stark ist und wir deshalb nicht starten können. Auch für den Abend ist die Prognose nicht besser.

Gestern lief es leider nicht mehr so gut wie an den letzten Tagen. Bei der Morgenfahrt gab es fünf Aufgaben. Zum ersten Ziel kamen wir noch ganz gut hin, Gerald warf den Marker aus großer Nähe auf 5,63m und machte damit wieder viele Punkte (Platz 7 bei dieser Aufgabe). Leider kam er bei den nachfolgenden Zielen nicht mehr so nahe und wir ließen viele Punkte liegen. Im Zwischenergebnis nach 15 Aufgaben liegen wir daher nur mehr am 11. Platz.
Beim Briefing zur Abendfahrt wurde es dann spannend. Die Thermik war noch voll im Gang und es wurde gerätselt, ob sie rechtzeitig nachlässt und eine Fahrt möglich wird. Der Wettkampfleiter hatte eine entsprechende Aufgabe vorbereitet: eine Fuchsjagd. Dabei startet ein Ballon (Fuchsballon), fährt eine Zeitlang und legt am Landepunkt das Zielkreuz aus. Die Wettkampfpiloten dürfen erst nach einer gewissen Zeit starten und müssen den Fuchs nachfahren. Wer am nächsten zum Zielkreuz kommt, hat gewonnen. Aber erst mussten wir warten, bis die Thermik nachlässt. Wir haben uns am Startgelände einen Platz in den vordersten Reihen gesichert. Als schließlich der Fuchsballon aufgerüstet wurde, machten auch wir unseren Ballon startklar. Gleich als der Fuchsballon gestartet war, bekamen auch wir das Signal, dass wir mit dem Füllen der Hülle loslegen können. Da waren wir wieder einmal richtig schnell und wir waren als dritter Ballon in der Luft. Mit dem Auto hatten wir bald den Fuchs eingeholt und stellten uns in eine gute Position. Und gleich drauf landete der Fuchs im Feld neben uns. Wir waren somit in einer perfekten Position, konnten den Landeort beschreiben und die Ballone gut beobachten. Schließlich erzielte Gerald mit einem guten Markerwurf auch noch ein Spitzenergebnis wo wir sicher wieder viele Punkte machen werden. Viele unserer direkten Konkurrenten waren etwas später dran und hatten nicht mehr den guten Wind zum Ziel und fuhren daher ein paar hundert Meter links daran vorbei. Daher sollten wir im Zwischenergebnis wieder einige Plätze nach vorne machen. Leider hinkt die Auswertung etwas hinten nach, aber mit der heutigen Zwangspause können sie das hoffentlich aufholen.

Am Abend machten wir uns auf in ein ganz spezielles Restaurant: das Churrascaria Cacador. Hier erhält man alle Möglichen Fleischgerichte. Sie werden gegrillt und im Ganzen Stück an den Tisch gebracht. Wenn man will, schneidet einem der Kellner ein Stück ab. Ständig laufen die Kellner mit ihren Spießen zwischen den Tischen hin und her. Nach gefühlten 5kg Fleisch war dann jeder satt. Im Hotel gönnten wir uns aber noch ein kühles (diesmal nicht eiskaltes) Bier am Zimmer.

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Da kommen wir nach einer für uns nicht gerade zufriedenstellenden Abendfahrt heim und was sehen wir da? Im Zwischenergebnis nach 11 Aufgaben liegen wir am 2. Platz!

Zwischenergebnis nach 11 Aufgaben

Zwischenergebnis nach 11 Aufgaben

Die Punktabstände sind aber noch immer ziemlich gering. Alleine wenn wir einmal 500 Punkte verlieren – was schon mal vorkommen kann – sind wir auf dem 15. Platz.

Gerade bei der letzten Aufgabe sieht man, wie der eigene Eindruck täuschen kann. Wir haben bei der ersten Aufgabe der heutigen Abendfahrt sehr viel Zeit verloren, weil die Winde ziemlich langsam geworden sind. Daher haben wir das zweite Ziel nicht mehr erreichen können, als die Zeit aus war. Aber da es offensichtlich vielen anderen genauso oder noch schlechter gegangen ist, haben wir doch noch ein überraschend gutes Ergebnis erzielt.

Hoffen wir, dass es jetzt noch genauso weitergeht und wir gute Punkte machen, damit am Ende dann eine gute Platzierung rausschaut. Drückt uns die Daumen!

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